Hier eine kleine Zusammenfassung
Heute fahre ich mit Romy einkaufen, ich bin das erste Mal alleine mit ihr im Auto unterwegs. Ein komisches Gefühl. Ich mußte sich erst mal daran gewöhnen, daß ich nicht direkt neben Romy auf dem Rücksitz sitzte: so bin ich ja für sie sofort "greifbar". Nein, ich sitze wieder am Steuer. Ich bin ja ein Vielfahrer. Schon aus beruflichen Gründen fahre ich pro Jahr ca. 35.000 km.
Und trotzdem. Man ist versucht, dauernd in den Rückspiegel zu sehen, ständig auf das Kind zu achten. Aber Prio 1 hat der Verkehr ... und blos nicht anfangen, sich umzudrehen, nach hinten zu langen oder ähnlich ablenkende Dinge zu tun. Schon manche Mutter hat eine Unfall gebaut, weil sie sich nur mal kurz zum Kind gewendet hat ...
Romy ist etwas unruhig, erst recht, wenn ich mich einem PC nähere. Sie merkt wohl instinktiv, daß sie dann nicht mehr meine volle Aufmerksamkeit hat. Streß: ich kann mich immer nur kurz meiner Aufgabe am PC widmen, dann ist wieder irgend etwas mit Romy oder das Netz ist nicht da.
Also aufhören. Ich kümmere mich sowieso lieber um mein Schneckilein. Romy sieht besser und greift ... nach meiner Kette. Wir machen eine erste Aufahrt im Kinderwagen. Endlich ist es etwas sonnig, seit Romy's Geburt war das Wetter eher kalt und schlecht.
Walters 3 Wochen Urlaub sind zu Ende.
Besuch beim Kardiologen. Papa ist natürlich mit dabei. Mit Romy's Herzen ist alles in Ordnung.
Wir sind noch mal davon gekommen, aber ich weiß auch von Kindern im Freundeskreis, die es nicht so gut hatten. Aber auch hier sind die OP-Techniken weit fortgeschritten, die Belastung der Eltern und Kinder ist trotzdem enorm.
Endlich raus aus dem Krankenhaus.
Wir sind als erstes Einkaufen gefahren. Ich bin ja top fit, wieso also nicht gleich Kochen. Geschnetzeltes mit Spätzele sollte es sein. Es ist total niedlich, wie man angesprochen wird. Sehr viele Leute sprechen einen an. Romy ist ja auch niedlich...
und so winzig. Mit 48 cm und knapp 2900 Gramm sitzt sie in Ihrem Maxicosi und schlummert vor sich hin. Süß.

Romy hat ständig Hunger, Pflaster und Klammern kommen raus. Meine Zimmergenossin Melanie bleibt auch bis zum 7. Tag.
Wir bekommen bei der "Visite" (1 Ärztin) unser Abschlußgespräch und Untersuchungen.
Entlassungsgewichtg von Romy: 2870g
Ich glaube, wenn ich diese Stunden alleine hätte erleben müssen, ohne die fachkundigen Hebammen und Schwestern, es hätte nicht so gut geklappt.
Und ich empfand es als sehr schwierig. Die Schwestern helfen melken, helfen anlegen.
Ich habe weinig Milch. 5g Colostrum. Romy bekommt Traubenzuckerlösung, wenn sie kräht.
Alle Tricks werden bemüht, damit die Milch einschießt: Rotlicht, Stilltee, Stillöl zur Massage der Brust. Es wird langsam mehr. 40 Gramm, 50 Gramm, endlich auch mal 100 Gramm. Schwerstarbeit. Für Romy und mich.
Alle Familienmitglieder sind gekommen, um Romy zu sehen.
Sonst volles Programm: Stillen, Stillen, Wickeln, Pflasterwechsel und Einlauf ;), das ganze Programm.
Mein Milchfluß war ja mit 5g Colsotrum-Milch (Erstmilch), das ist die sehr nahrhafte, mit vielen Abwehrstoffen versehene wichtige Milch für den Säugling.
Jetzt ging es darum, den Milchfluß anzuregen.
Rotlichbestrahlungen tun gut, die Schwestern helfen regelrecht zu melken (Massage).
Stillen alle 30 Minuten. Stilltee. Stillöl (Massageöl für die Brust). Trinken, trinken, trinken. Wasser, Tee.
Heute kann ich soweit aufstehen, daß ich mein Kind zum ersten mal wickle. Nicht lachen, das ist das erste mal, daß ich überhaupt ein Kind wickle.
Bei meinen Nichten habe ich mich immer gedrückt, wenn es ernst wurde. Aber ich stelle fest, beim eigenen Kind macht das überhaupt nichts aus. Abgesehen davon, am Anfang ist ja der Geruch nur für Weicheier heftig ;)
Mein Wundablauf kommt raus. Immer noch erhöhte Temperatur. Romy schläft fast nur oder "lacht" mit ihrem Papa. Immer noch nur 5g Colostrum. Die Babys werden vor und nach dem Stillen gewogen, alles wird fein säuberlich notiert.

Ausgerechnet an Tag der U2 will ich Romy meiner Krankenkasse melden. Ja, sagen die, keine Problem, sie wird unter meinen vertraglichen Konditionen aufgenommen, ich bin Privatpatient.
Da bin ich eigentlich dagegen, ein Kind braucht kein Krankentagegeld wie ein Freiberufler wie ich. Pustekuchen, keine Änderungen möglich. So oder gar nicht.
Wenn ich das nicht möchte, kann ich mir ja ein Angebot einholen, aber solange ist sie nicht versichert.
Klasse Idee, vor allem, wenn einem der Arzt vorher angedeutet hat, daß das Baby evtl. ein Loch im Herzen hat.
Ich akzeptiere alle Bedingungen, freudig!
Mein Tip: sich vorher bei der Krankenkasse schlau machen und nicht erst bei der Geburt des Kindes anrufen!
Meine Zimmergenossin Melanie hat ihr Kind einen Tag vor mir bekommen, eine normale Geburt. Sie ist schon wieder total fit. Und lieb, wie sie ist, hilft sie mir: Romy heben, tragen, anlegen.
Es ist furchtbar, aus dem Bett zu kommen. Ich muß wieder selbst zur Toilette. Fieber und Blutdruckprobleme, viel Besuch, viele Anrufe.
Nachts kommt die Schwester und will mir Antibiotika geben, ich lehne dankend ab. Sie ist überrascht, meint "fragen Sie lieber nochmal den Arzt", aber ich komme mir eigentlich gesund vor, nur völlig angestrengt.
Alle Babys werden am ca. 2 Tag nach ihrer Geburt untersucht (U2). Der Arzt hat zu mir gesagt "Erschrecken Sie nicht, Babys kommen ab und zu mit einer nicht geschlossenen Stelle am Herzen auf die Welt". Er hatte Nebengeräusche gehört, evtl. ist eine Vene nicht geschlossen. Er überweist mich zu einer Kontrolluntersuchung nach 14 Tagen an einen Kardiologen.
Ich bin vielleicht noch zu geschwächt von der Geburt, stumpf oder einfach nur optimistisch: ich denke, das verwächst sich.
Kontrollen, Spritzen, Blutabnahmen, erhöhte Temperatur (38,7). Ich darf essen, Besuch von den Schwiegereltern und der frischgebackenen Tante - Walter's Schwester Christel.
Romy wird mir 4-5x angelegt. Ich liege im Bett und merke zum ersten Mal, wozu man Bauchmuskeln braucht: Husten, Drehen, Aufstehen, ja, sogar Lachen.
Aufstehen ist noch nicht, ich kann nicht. Andere schaffen das ja sogar am 1. Tag nach dem Kaiserschnitt, ich nicht. Ich bin froh, daß ich den Katheder habe.
Mein Schnuckilein wird mir gebracht. Daß ich bis jetzt nur jeweils ca. 5 g Milch für sie habe (Colostrum) stört sie nicht. Nachts ist sie im Babyzimmer.
Mein Kind hat für mich entschieden. Nach ca. 27 Stunden nach dem Blasensprung entschliessen wir und für die Geburt per Kaiserschnitt.
Nett. Katheter wird gelegt. Im Operationssaal muß der Anaesthesist 2x ansetzen, bevor die Rückenmarksnarkose, besser gesagt Spinalanaesthesie richtig sitzt. Vielen Dank.
Die Jungs und Mädels arbeiten los, schneiden...
Um 16:28 höre ich es krähen. Romy's erster Schrei.
Die Hebamme zeigt mir mein Baby. Mir steigen Tränen in die Augen, alles wackelt, besonders die Bauchdecke.
Zunähen. Jetzt merke ich die Stiche. Ich sage dem Narkosearzt, daß ich die Stiche einzeln spüre. Er meint "sehr merkwürdig. Möchten Sie noch eine Vollnarkose?". Jetzt noch? Nein danke. Fertig machen. Es wird über Motorrad-Touren gesprochen, über Gehälter. Dann bin ich fertig.
Schnecki ist mit der Hebamme verschwunden. Später höre ich dann, daß der Papa seine Tochter für 45 Minuten so gut wie allein für sich hatte. Er hat es sehr genossen.
Ich komme endlich raus. Die Hebamme legt mir sofort mein Schneckilein zum Stillen an. Erstes Saugen. Wir sind beide erschöpft. Kussi und gute Nacht. Ich schlafe erschöpft ein.
Ein paar Stunden vor der Geburt:
ich sitze hier im Kreissaal und warte auf das, was kommt. Und was schon mal zu spät kommt, das ist mein Schatz. Ich bin hier nämlich schon seit ca. 7:30 Uhr und er kommt erst gegen 10 Uhr.
Aber es war ja auch nichts passiert.
Der Kreissaal war angenehm in pastelligen Farben, nicht zu medizinisch, aber auch nicht so heimelig. Früher habe ich mir so etwas immer gekachelt bis oben vorgestellt, kalt, weiß, nüchtern. Hat sich viel getan in den Krankenhäuser. Man versucht, es uns Frauen wenigstens optisch angenehm zu maschen.
Nach der ruhigen Nacht ohne Abendessen oder Frühstück legte ich mich hier hin. Wehenschreiber wurde angeschlossen. Mein Schatz kam im wahrsten Sinn des Wortes angesaust. Es ist noch mal ganz kurz in eine Radarfalle gesaust. Er, der seit 30 Jahren in keine mehr gefahren ist.
Gespannt warten wir. Gehen spazieren. Wehentropf. Nichts tut sich. Keine Wehen.
Ich komme an den Wehentropf. Bekomme 3x Antibiotika. Keine Wehen. 40, Steigerung auf 50, 60, 70 Einheiten. Bei der Menge krümmen sich andere werdende Mütter mit Schreikrämpfen über den Boden. Ich drehe Däumchen. Was jetzt?
Ich habe die Hebamme, die mich schon beim Geburtsvorbereitungskurs vor einer "normalen" Geburt gewarnt hat. Konisation (hierbei wird ein Stück Gebärmutterhals raus geschnitten aufgrund eines PAP-Testes mit Ergebnis 4). Hierbei, sagt sie, könnte der Gebärmutterhals vernarbt sein. Manchen Frauen würde dann bei der Geburt der selbe regelrecht gesprent. Manche würden dann auch leider so starke Blutungen haben, daß sie leider verblutet wären.
Das habe ich aber an diesem Tag verdrängt. Vielleicht denkt aber mein Kind daran, es will absolut nicht in den Geburtskanal.

Ich bin im Krankenhaus gelandet...Blasensprung. Das Witzige ist, daß ich vorher noch mal in der Apotheke war, um Tena Lady zu holen. Ich dachte, das ist nur "Inkontinenz". Die Apothekerin schaute mich kritisch an und meinte, ich sollte doch sicherheitshalber noch den Frauenarzt aufsuchen.
Tja, und was glaubt Ihr, die Apothekerin hatte Recht. Ich fuhr also ins Krankenhaus, mein Schatz wurde in einer Ruckzuck-Aktion von einem Kunden ebenfalls dort hin gebracht. Als man sich dort des Blasensprungs versichert hatte und keine Wehen in Sicht waren, habe ich mit im Krankenhaus ins Bett begeben und dort nochmal eine wunderbar ruhige Nacht verbracht. Einfach geschlafen...kaum zu glauben.
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