In den letzten Jahren hatte ich "Glück": immer wurde jemand anders gestochen, ich nicht.
Das hat sich dieses Jahr massiv geändert, drei Stiche pro Nacht sind locker drin. Und die jucken wie Teufel.
Was tun? Hitze hilft. Heißes Wasser (fast kochend) in eine Tasse, 2 Löffel rein. Das heiße Metall auf den Stich pressen, so heiß, wie man es nur irgendwie aushält...Vorsicht, nicht verbrennen. Der Juckreiz hört bei mir sofort auf.
Zwei Löffel nehme ich, damit ich abwechselnd die Stiche behandeln kann. Erster Löffel, auf Einstich drücken, ins Wasser...zweiter Löffel, nächster Stich.
Das kann man jederzeit wiederholen. Bei mir hält das viele Stunden. Praktische Methode für das Büro...heißes Wasser bekommt man fast überall.
Diese Behandlung empfehle ich natürlich nur für Erwachsene oder Kinder über 10 Jahren.
Wer das Problem elektronisch angehen möchte, dem empfehle ich den Stichheile (z.B. von mosquit)
omy ist bei ihrer Freundin Julika zu Besuch. Bei Julika vor dem Haus sind zwei große Lehmhügel, die noch vom Bau des Hauses übrig sind.
Da es angenehm warm ist, und das ist in diesem August ja nicht zu oft, ziehen sich beide bis auf die Unterhose aus und "malen" sich mit dem Lehm an, von oben bis unten. Staubig, matschig, die beiden sehen toll aus.
Beide wollen am mir vorbei und über die Terassentür ins Haus. Ich sage nur "Zutritt verboten" und halte beide auf. Meine Tochter sieht mich an "Wieso zu dritt? Wir sind doch nur zu zweit!!!" ;-)
So oft habe ich schon die Ratschläge gehört, wie man sicher mit Kindern durch den Verkehr kommt. Und trotzdem habe ich ein fürchterliches Gegenbeispiel einer erfahrenen, schlauen Mutter mit erlebt:
Sie und ihre Tochter hatten in der Eisdiele ein Bällchen Eis geholt. Zum Mitnehmen. Durch den Ort führt eine stark befahrene Bundesstrasse. Also, die Fußgängerampel 100 Meter neben der Eisdiele hatte gerade rot für den Verkehr. Die Sicht auf der Seite der Eisdiele war allerdings stark eingeschränkt, da ein Bus direkt vor der Ampel hielt.
Und so wie man es nicht machen soll, direkt wie aus dem Lehrbuch hat die Mutter reagiert. Die Tochter nicht an der Hand, sondern das Eis und den Autoschlüssel.
Es war noch rot, sie hat ihre Tochter zu Überquerung aufgefordert. Diese ging nicht sofort, sie zögerte. Und dann, als es an der Ampel gelb wurde, gab sie plötzlich Gas, sprintete über die Strasse, wie vom Blitz getroffen. Die Mutter schrie nur "Stop, xy, stop". Das vierjährige Kind blieb nicht stehen. Es lief ohne zu gucken hinter dem Bus auf die nächste Fahrbahn..
Alles ist gut gegangen, aber nur, weil der Zufall half und 1000 Schutzengel. Auf der anderen Strassenseite ist
- kein Motorrad losgeprescht
- kein parkendes Auto hinter der Ampel weggefahren
- kein Fahrradfahrer bei rot schnell auf die Strasse gesprintet
Nicht nur diese Mutter, auch Romy und ich werden zukünftig nur noch über den Fußgängerübergang gehen!
Romy ist nach den Sommerferien im Kindergarten in die Gruppe der großen Kinder gekommen. Hier werden neue Anforderungen gestellt. Bis jetzt wurde jedem Kind, das für das Frühstück einen Löffel brauchte, der Löffel gebracht und in die Hand gedrückt. Jetzt heißt es selbst holen. Besteck selbst holen, Getränke selbst holen. Sie werden auch auf die Toilette nur in Notfällen begleitet. Ab jetzt heißt es groß sein, selbständig sein ;)
Romy packt begeistert ein: alle möglichen Alltagsgegenstände werden verpackt, in Zeitungspapier. Und dann bekomme ich sie geschenkt. Inzwischen packt sie ein wie ein Profi. Mit viel Tesa ... und Bonbons für mich oben auf.
Klar, es hat natürlich einen Grund, warum sie das angefangen hat: sie hätte am liebsten jeden Tag selbst Geschenke von mir ;-))

Romy hat jetzt jeden Tag brav ihre Tropfen genommen. Morgens und mittags mit Papi. Der hat Urlaub. Und beide haben mir erzählt, wie einfach das doch war. Aber abends, da will ich ihr die Tropfen geben. Und das Theater fängt wieder an.
Ich rede, Romy will nicht. Ich werde sauer. Papi kommt. "Bei mir nimmt sie die ganz einfach und freiwillig". Ich glaube es nicht. Sage "Macht es mir doch vor".
Und tatsächlich. Papi macht 10 Tropfen in den Mini-Becher, ich lenke ab. Sie denkt, es wären 4 Tropfen. Dann setzt Romy sich hin. Papi setzt ihr den Becher mit den Tropfen sanft an die Lippen, sie macht brav den Mund auf und trinkt. Ich staune. Beide strahlen.
Ich frage "Romy, warum machst Du bei mir so ein Theater und bei Papi nimmst Du sie so einfach ;-(". Sie sieht mich an "Du wolltest mich ja zwingen, bei Dir will ich nicht".
So einfach ist das.
Ein paar Tage später habe ich auch einen Termin. Ich nutze die Zeit, um der Ärztin zu erzählen, daß meine Tochter die Medizin verweigert. Ausser den untergeschummelten Tropfen und den schlafend verabreichten Nasentropfen hat sie nichts genommen.
Die Ärztin staunt und spricht nochmal ganz ernst mit Romy. Wie wichtig das doch wäre, und daß evtl. operiert werden muß, wenn sie sich weiter verweigert.
Romy ist einfach stumm, als die Ärztin ihr ein Versprechen abringen will. Sie verschreibt uns nochmal andere Tropfen.
Zuhause wieder Theater. Ich schummle die Tropfen in den Saft. Und erzähle ihr, daß der Saft "nur" nach Spülmittel riecht. Pustekuchen. Meine Tochter glaubt mir nicht. Also erzähle ich ihr von den Tropfen. Nein. Sie will nicht. Ich rede, bin ruhig...rede, werde lauter. Papi kommt dazu. Schon sind wir am lauter werden. "Das ist so wichtig, Du mußt das nehmen" schreit Papi, ich schreie auch. Romy auch. Dann ....
Ich bin sauer. Ich weiß doch, wie wichtig die Medizin für ihre Ohren sind. Ich drohe ihr "Ich zwinge Dich jetzt ...", nehme die Tropfen und lasse 4 Tropfen in den Mini-Meßbecher fallen. Wie ich meine Drohung umsetzen soll, weiß ich leider aber nicht. Aber...
Romy sieht die Tropfen. "Ist das so wenig, was ich nehmen soll?". Eigentlich sollten es ja 10 Tropfen sein, aber ich sage "Ja!". "Tja", sagt sie, "ich nehm die einfach so, und trinke Saft hinterher". Ich zögere, gebe sie ihr...und oh (kleines) Wunder: sie trinkt sie tatsächlich.
Der Jubel ist groß, wir tanzen um den Tisch. Romy ist stolz und ich bin glücklich.
Romy und ich haben Opa im Krankenhaus besucht. Sie bekommt von ihm Geld für Eis. Während ich ihr im Krankenhaus-Shop ein Eis kaufe, teile ich ihr so nebenbei mit, daß wir jetzt zum Ohrenarzt gehen, der im gleichen Gebäude-Komplex ist.
Romy hat keine Angst vor Ärzten, sie dürfen nur nichts an ihr machen. Die HNO-Ärzten ist sehr nett und erklärt Romy, was sie alles untersucht. Sie fragt "Tut das weh?". Als die Ärztin das verneint, darf sie alles mit ihr machen. Klein Problem, die Untersuchung ist ja auch nicht schmerzhaft.
Romy hat seit längerem immer wieder Ohrenschmerzen. Nach dem Freibad-Besuch, bei Erkältungen, manchmal auch so.
Die Ärztin erklärt, daß Romy auf dem rechten Ohr einen Hörverlust von 30 bis 40% hat, der Gang vom Rachenraum zum Ohr ist verschleimt. Klar, der Hausarzt hatte vor 14 Tagen auch eine Mittelohrentzündung bestätigt.
Der hatte auf meinen Hinweis, daß Romy keine Medizin nimmt, ihr Globoli verschrieben.
Diese Ärztin hat erst gefragt, ob wir nicht demnächst ans Meer fahren würden. Ich konnte bejahen, sie meinte, das wäre sehr gut. Wir würden uns danach nochmal sehen. Dann hat sie uns viele Sachen aufgeschrieben: Nasenballon, Hustensaft, Tropfen, Nasenspray (Salzwasser) und (vorbeugend für den Urlaub) Antibiotika.
Ich habe sie darauf hin gewiesen, daß meine Tochter keine Medizin nimmt, aber das hat sie wohl nicht geglaubt. Ich habe Romy in ihrem Beisein gebeten, zu versprechen, daß sie die Medizin auch nimmt. Die Ärztin hat es ihr auch noch mal erklärt, wie wichtig das für sie ist.
Ich also in die nächste Apotheke, alles gekauft, mit Romy heim gefahren. Ausgepackt. Die Medizin zur Einnahme vorbereitet. Tropfen und Hustensaft in etwas Orangensaft. Im Schnapsglas serviert, damit es auch nett aussieht. Ergebnis: "Die Medizin riecht so komisch, die nehm ich nicht. Punkt".
Wir haben gesprochen, ich habe gedroht, sie geweint, geschrien, getobt. Aber die Medizin hat sie nicht genommen. 1 Stunde habe ich es versucht. Erfolglos. Romy hat noch nie freiwillig Medizin genommen. Als zweijährige habe ich sie auch mal gezwungen. Festhalten, Mund auf, mit Spritze rein. Aber das hat auch nicht geholfen, sie hat es meist ausgespuckt. Toll bei Antibiotika.
Ich habe es auf gegeben. Ich komme mir beim "Zwingen" immer vor wie die schlechteste Mutter auf dieser Welt. Nein, mache ich nicht mehr.
Aber was tun?
Folgende Dinge klappen gerade mal so eben:
- wenn sie im ersten Tiefschlaf ist, kann ich Nasenspray in wenigstens ein Nasenloch sprühen
- oder Ohrentropfen
- und ich kann Tropfen einmalig im Saft verstecken, beim zweiten Mal riecht sie es
Und wenn sie wieder mal Antibiotika brauchen sollte: ich glaube, ich lasse das den Arzt machen.
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