Romy und ich haben Opa im Krankenhaus besucht. Sie bekommt von ihm Geld für Eis. Während ich ihr im Krankenhaus-Shop ein Eis kaufe, teile ich ihr so nebenbei mit, daß wir jetzt zum Ohrenarzt gehen, der im gleichen Gebäude-Komplex ist.
Romy hat keine Angst vor Ärzten, sie dürfen nur nichts an ihr machen. Die HNO-Ärzten ist sehr nett und erklärt Romy, was sie alles untersucht. Sie fragt "Tut das weh?". Als die Ärztin das verneint, darf sie alles mit ihr machen. Klein Problem, die Untersuchung ist ja auch nicht schmerzhaft.
Romy hat seit längerem immer wieder Ohrenschmerzen. Nach dem Freibad-Besuch, bei Erkältungen, manchmal auch so.
Die Ärztin erklärt, daß Romy auf dem rechten Ohr einen Hörverlust von 30 bis 40% hat, der Gang vom Rachenraum zum Ohr ist verschleimt. Klar, der Hausarzt hatte vor 14 Tagen auch eine Mittelohrentzündung bestätigt.
Der hatte auf meinen Hinweis, daß Romy keine Medizin nimmt, ihr Globoli verschrieben.
Diese Ärztin hat erst gefragt, ob wir nicht demnächst ans Meer fahren würden. Ich konnte bejahen, sie meinte, das wäre sehr gut. Wir würden uns danach nochmal sehen. Dann hat sie uns viele Sachen aufgeschrieben: Nasenballon, Hustensaft, Tropfen, Nasenspray (Salzwasser) und (vorbeugend für den Urlaub) Antibiotika.
Ich habe sie darauf hin gewiesen, daß meine Tochter keine Medizin nimmt, aber das hat sie wohl nicht geglaubt. Ich habe Romy in ihrem Beisein gebeten, zu versprechen, daß sie die Medizin auch nimmt. Die Ärztin hat es ihr auch noch mal erklärt, wie wichtig das für sie ist.
Ich also in die nächste Apotheke, alles gekauft, mit Romy heim gefahren. Ausgepackt. Die Medizin zur Einnahme vorbereitet. Tropfen und Hustensaft in etwas Orangensaft. Im Schnapsglas serviert, damit es auch nett aussieht. Ergebnis: "Die Medizin riecht so komisch, die nehm ich nicht. Punkt".
Wir haben gesprochen, ich habe gedroht, sie geweint, geschrien, getobt. Aber die Medizin hat sie nicht genommen. 1 Stunde habe ich es versucht. Erfolglos. Romy hat noch nie freiwillig Medizin genommen. Als zweijährige habe ich sie auch mal gezwungen. Festhalten, Mund auf, mit Spritze rein. Aber das hat auch nicht geholfen, sie hat es meist ausgespuckt. Toll bei Antibiotika.
Ich habe es auf gegeben. Ich komme mir beim "Zwingen" immer vor wie die schlechteste Mutter auf dieser Welt. Nein, mache ich nicht mehr.
Aber was tun?
Folgende Dinge klappen gerade mal so eben:
- wenn sie im ersten Tiefschlaf ist, kann ich Nasenspray in wenigstens ein Nasenloch sprühen
- oder Ohrentropfen
- und ich kann Tropfen einmalig im Saft verstecken, beim zweiten Mal riecht sie es
Und wenn sie wieder mal Antibiotika brauchen sollte: ich glaube, ich lasse das den Arzt machen.
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