Ein paar Tage später habe ich auch einen Termin. Ich nutze die Zeit, um der Ärztin zu erzählen, daß meine Tochter die Medizin verweigert. Ausser den untergeschummelten Tropfen und den schlafend verabreichten Nasentropfen hat sie nichts genommen.
Die Ärztin staunt und spricht nochmal ganz ernst mit Romy. Wie wichtig das doch wäre, und daß evtl. operiert werden muß, wenn sie sich weiter verweigert.
Romy ist einfach stumm, als die Ärztin ihr ein Versprechen abringen will. Sie verschreibt uns nochmal andere Tropfen.
Zuhause wieder Theater. Ich schummle die Tropfen in den Saft. Und erzähle ihr, daß der Saft "nur" nach Spülmittel riecht. Pustekuchen. Meine Tochter glaubt mir nicht. Also erzähle ich ihr von den Tropfen. Nein. Sie will nicht. Ich rede, bin ruhig...rede, werde lauter. Papi kommt dazu. Schon sind wir am lauter werden. "Das ist so wichtig, Du mußt das nehmen" schreit Papi, ich schreie auch. Romy auch. Dann ....
Ich bin sauer. Ich weiß doch, wie wichtig die Medizin für ihre Ohren sind. Ich drohe ihr "Ich zwinge Dich jetzt ...", nehme die Tropfen und lasse 4 Tropfen in den Mini-Meßbecher fallen. Wie ich meine Drohung umsetzen soll, weiß ich leider aber nicht. Aber...
Romy sieht die Tropfen. "Ist das so wenig, was ich nehmen soll?". Eigentlich sollten es ja 10 Tropfen sein, aber ich sage "Ja!". "Tja", sagt sie, "ich nehm die einfach so, und trinke Saft hinterher". Ich zögere, gebe sie ihr...und oh (kleines) Wunder: sie trinkt sie tatsächlich.
Der Jubel ist groß, wir tanzen um den Tisch. Romy ist stolz und ich bin glücklich.
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