Gestern abend kam im BR ein Beitrag über den "Kinderglobus" in München-Ramersdorf, eine ganz besondere Einrichtung.
O-Text BR: "Als Modell für multikulturelle Förderung werden in diesem städtischen Zentrum etwa einhunderO-t Kinder, vom Babyalter bis zum Schuleintritt, betreut. Viele von ihnen kommen aus der nahe gelegenen Sozialwohnungs-Siedlung, in der vorwiegend ausländische Familien leben, denen es finanziell und sozial schlecht geht. Eine Umgebung, in der Kinder mit dauernden Geldsorgen, mit Suchtproblemen und Gewalt konfrontiert sind. Wenn sie es in ihrem Leben einmal besser haben sollen, dann muss dafür etwas von Außen getan werden."
Sie haben die Nationalitäten aufgezählt, bei 7 Gruppen im Haus nicht verwunderlich: Araber, Türken, Russen, Engländer, Franzosen, Poen, Rumänen, Kroaten, ... und Deutsche, aufgenommen werden Kinder ab 9 Wochen!!!
Es ist wie in den meisten Kindergärten: unterschiedliche soziale Schichten, Kinder, die teilweise am Wochenende nur noch vor dem Fernseher sitzen und Montag morgens großen Bewegungsdrang haben. Kinder, die morgens kommen und ihr Schmuse- und Kuschelbedürfnis bei den Erzieherinnen stillen, da es zuhause wohl Defizite gibt...
Einen Ansatz, Kinder für ein gewaltfreies Miteinander zu begeistern ist dort das Babywatching: eine Gruppe von ca 10 Kindern sitzt rund um ein ca. 6 Monate altes Baby, das auf einer kuschligen Decke am Boden liegt, brabbelt, lacht, strampelt, wie es kleine zufriedene Babys halt mal so machen.
Die Kinder beobachten, sagen der Erzieherin, was sie so alles sehen, ob das Baby erste Laute macht, ob es zufrieden ist, ob es nach einer Rassel greift, welches Spielzeug es interessieren könnte.
Mit strahlenden Augen saß die Rasselband drum herum ... und jedes Kind wußte etwas zu erzählen.
Mit dieser Methode scheinen recht große Erfolge zu erzielen sein...
Auf diese Weise sollen sie ihr Gespür für andere vertiefen und lernen, im Streitfall ihren Zorn zur konstruktiven Lösungssuche zu nutzen.
"Man geht davon aus, dass die Beobachtung des immer gleichen Babys den Kindern im Kindergartenalter entscheidend dabei hilft, Einfühlungsvermögen zu entwickeln, indem sie ihre Wahrnehmung schulen und Gespür für die Motivation und Gefühle anderer entwickeln"
Gekocht wird nach internationalem Geschmack ... und nach den religiösen Vorgaben der einzelnen Gruppen. Gesprochen wird keine Tischgebet sondern ein "Spruch des Tages" - der endet mit "Guten Appetit".
Integration, von Sozial- und Bildungspolitikern derzeit wieder so heftig diskutiert, ist hier Alltagsarbeit. Ramona Löber fasst sie in den schlichten Satz: "Es ist das Einfachste von der Welt, Kindern Liebe zu geben."
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