Schon als Kind war ich begeistert, wenn ich ein Pferd auch nur auf einem Bild sah. Zwei Nachbarn hatten in der Nähe unseres Hauses ihre Pferdekoppeln. Kein Wunder, dass ich ständig nach Pferd roch. Wir putzten die Hottehühs, misteten (freiwillig) den Stall aus und waren froh, wenn wir mal auf dem Rücken eines Pferdes sitzen durften. Meine Mam schickte uns Geschwister auch mal zum Volti-Kurs, sogar ein Reitkurs war drin. Aber richtig ausreiten, das durfte ich damals nie.
Mutig habe ich mir vor vielen Jahren als Erwachsene im Urlaub ein Pferd geliehen. Das Pferd lief einer anderen Gruppe hinter her und als ich dann umdrehte und wieder zum Stall zurück wollte, legte das Pferd heftig an Tempo zu und galoppierte zurück zum Reiterhof. Als ich damals so schwungvoll auf den Hof ritt, staunte der Mann, der das Pferd in Empfang nahm. Boh, die kann aber reiten, meinte er. Dass das Pferd damals praktisch durchgegangen war und nur noch mit seinem unfähigen Reiter zurück wollte, wurde mir erst sehr viel später bewusst.
Als ich vor 10 Jahren in Münster einen Job hatte, dachte ich mir, jetzt oder nie. Wenn nicht hier, in der Nähe der Pferdehochburgen, wo dann. Also meldete ich mich in der nächsten Reitschule an. Vorher ging ich und kaufte mir eine Reitkappe. Ich fragte den Verkäufer, ob ich nicht schon zu alt zum Reiten wäre. Der meinte nur "Meine älteste Kundin ist 82 Jahre, Sie können ihre Reitklamotten also noch viele Jahre nutzen ;)".
Die Reitschule, die ich mir auswählte, wurde im leicht militärischen Stil geführt. Stillstehen, zackzack. Der Chef hatte seine Pferde so gut im Griff, dass alle auf sein Kommando hörten. Die Chance, dass dort in der Stunde ein Pferd durch ging, war gleich 0. Ein Pfiff und schon war wieder alles unter Kontrolle.
Mein persönlicher Eignungstest: der Reitlehrer setzte mich zum Test auf ein gutmütiges Pferd. Ich glaubte bis zu diesem Moment, ich könnte reiten. Das Pferd zeigte mir, dass dem nicht so war. Es ging hin, wo es wollte, es knabberte an jedem Grashalm und hörte überhaupt nicht auf meine zögernden Befehle. Der Reitlehrer grinste und meinte "Du hast 0 Ahnung. Anfängerkurs". Dort habe ich dann 60 Reitstunden ohne einen einzigen Galopp hinter mich gebracht (das hat er mit Anfängern einfach nicht gemacht)...
Bis zur Geburt meiner Tochter Romy ging ich dann noch 2x pro Woche auch hier in Wetzlar zum Anfängerkurs (mit Galopp) und habe viele 100erte Reitstunden hinter mich gebracht. Hat Spaß gemacht, aber über Anfänger-Niveau bin ich mit den pfiffigen Schulpferden nie hinaus gekommen ....
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Folgende Kommentare wurden zu diesem Beitrag geschrieben:
ohje, wieso bist du nie ausreiten gegangen mit nem anderen pferd bzw. in nem anderen stall? immer in der halle rum is doch voll langweilig :-/
Geschrieben von Ju am 10.12.06 20:39
erst war ich zu feige, weil ich im Galopp gleich heftig runter gefallen bin, dann hat es sich irgendwie nicht mehr ergeben ... am Liebsten würde ich das jetzt anfangen, aber ich habe eh schon so wenig Zeit für meine Tochter. Vielleicht in 2-3 Jahren ;) schieb schieb schieb
Geschrieben von Sabine am 11.12.06 08:00
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