Als meine Tochter heute morgen um 5:30 Uhr (10 Minuten, bevor ich das Haus verlasse) aufgewacht ist und über Kopfweh geklagt hat, hatte ich schon so eine Ahnung. Der Kopf war ... sehr warm ... aber Tochter und Vater haben mir mehr oder weniger glaubhaft versichert, daß wäre nur, weil Töchterchen die Nacht so geschwitzt hätte.
Also bin ich in die Arbeit. Um 11 Uhr habe ich dann mal im Kiga nachgefragt, wie es meiner Motte geht, ob sie schon auffällig geworden wäre. "Nein", meinte die Kiga-Chefin. Kein Fieber, aber über Kopfweh hätte Tochter schon geklagt ... noch ein Kind hätte sich gefunden mit Kopfweh, man hätte gemeinsam einen Kopfwehtee getrunken.
Um 12:15 Uhr kam dann der erwartete Anruf. "Doch Fieber, das wird wahrscheinlich noch mehr".
Töchterchen durfte sich gut betreut in ein Ausruhzimmer legen und ich hechtete nach letzten Absprachen zum Bahnhof. Mist, jetzt war ich letzte Woche schon nur 1 Tag da (Brückentag, Feiertag, Arbeitstag, Krank) ... Cheffi wird sich freuen, aber der ist selbst schon um 11 Uhr wieder verschwunden, auch krank.
Der Zug fährt um 12:52 Uhr los. Nach zwei Minuten erste Durchsage vom Band "Nächster Halt Westbahnhof FFM". Sekunden später eine "Live"-Durchsage: "nächster Halt Friedberg. Wegen Gleisbruch wird der Zug aber über Hanau fahren" ....
Mist. Das hatte ich schon mal. Da dauerte die Zugfahrt 2 Stunden. Also im Kiga angerufen, Kind konnt Gott sei Dank zuhause abgegeben werden, da eine Freundin den Schlüssel hatte. Ich war dann glücklich um 15 Uhr an meiner Haustür und konnte ein völlig schwaches Vögelchen mit 39° Fieber in den Arm nehmen ...
Der halbe Kiga hatte sich heute schon krank gemeldet ... im Moment scheint es wieder heftig um zu gehen. Das Lustigste heute nacht wird noch das "überraschende" Fieberzäpfchen ...
Kranksein bedeutet Sorge ums Kind. Gut, wenn man wenigstens annehmen kann, daß es die Grippe ist. Besser, als beim letzten Mal, als der Grund nicht klar war. Für alle, die (noch) keine Kinder haben, oder es evtl. schon wieder vergessen haben:
Heute mittag war es wieder so weit. Kurz vor dem Mittagessen. Romy glaubt, daß sie ihre Medizin mit Orangnsaft nehmen kann. Also rühre ich das Antibiotika mit Saft an. Sie probiert. Nein, das kann sie nicht nehmen. Reden, Drohungen, Geschrei. Ich packe sie ein und fahre zu unserem Doc.
Die Praxis ist erstmal wieder ratlos. Das geht bei jedem anderen Kind, denen schmeckt das auch nicht, dann aber müssen sie es doch nehmen. Erst versucht es die Sprechstundenhilfe 10 Minuten ganz liebevoll, dann kommt Dr. K. (wir werden normalerweise von Dr. B. behandelt) zufällig vorbei, hilft und zieht den Saft auf die Spritze auf. Wir halten sie fest. Spritz in den Rachen, und .... schon ist 90% wieder draussen. Sie hat also etwa 1/3 der Dosis intus. "Wenn ein Kind über 3 Monate das nehmen muß, geht das auch. Die ersten 10x wehrt sich das Kind, dann geht es". Und ausserdem, vielleicht wäre es ja doch ohne gegangen. Es wäre eher seltsam, daß ein Kind nach einem Tag Antibiotika schon auf 37,8° wäre. Mpf.
Es wurde mir heute nochmal vom ambulanten Notfallzentrum Wetzlar bestätigt: "Wenn ein Baby/Kleinkind längere Zeit Fieber hat, sollte man spätesten ab anhaltend hohem Fieber (ca. 39,5°) ein Fieberzäpfchen oder fiebersenkende Medikamente geben!"
Ein Arzt hatte mir tags zuvor geraten, das Zäpfchen nicht zu geben, darauf hin habe ich es auch nicht bei 40° getan sondern "nur" Wadenwickel gemacht! Also, nicht darauf hoffen, das Fieber wird es schon richten! Dem Kind umgehend mit einem Fieberzäpfchen helfen oder einen Arzt hinzu ziehen!
Fieber (Wikipedia)
Fieber im Kindesalter (Universität Witten/Herdecke)
Ich dachte ja, wir hätten das Fieber überstanden, aber heute Mittag hatte Romy den dritten Tag Fieber über 39° ... sie war wieder auf 39,2°.
Bis dahin hatte ich ja die Hoffnung, wir könnten auf das Antibiotika verzichten, aber alles Fieber-Leiden war umsonst. Jetzt geht es nicht mehr anders. Also ran an das übliche Drama. "Nein, meine Medizin nehme ich nicht".
Ablauf der "Nicht-Einnahme"
Die schlimmste Nacht meines Lebens ist vorbei. Romy hat schon öfter mal Fieber mit 40° gehabt, aber noch nie über 36 Stunden. Eine Nacht, ein Tag und eine Horrornacht.
Gestern nacht war ich verzeweifelt, weil Romy immer noch so hoch Fieber hatte, ich aber weder Fieberzäpfchen noch Antibiotika geben sollte. Trotz diverser Wadenwickel hat mein Kind geglüht, daß ich schon befürchtet habe, sie trägt irgendwelche Schäden davon. Sie hat im Delirium geredet, in einer Sprache geredet, die ich nicht verstanden habe. Um ein Uhr hat sie sich dann regelrecht hingestreckt, nur noch gelallt, die Zunge raus und Bärl an der Nase herumgenuckelt. Und nach einem Schnulli gesucht. Angst. Angst. Angst.
Aber zu diesem Zeitpunkt hatte ich das Fieber auf 39° herunter. Trotzdem, ich war so verzweifelt, daß wir überlegt haben, den Notarzt zu rufen. Wir saßen da, haben sie beobachtet, gestreichelt. Eine Stunde später waren es nur noch 38,4° und Romy's Schlaf wurde ruhiger. Um 2:15 Uhr war es endlich geschafft. Das Fieber war regelrecht gebrochen. Und trotzdem war ich mir unsicher, wie Romy aufwachen würde, wann sie wieder das erste klare Wort von sich geben würde.
Heute morgen war es so weit. Sie sprach mit sich selbst und meinte "dann müssen wir jetzt runter gehen, "Mensch Ärgere Dich" nicht kann man ja unmöglich hier im Bett aufbauen und spielen".
Juhu, ich hab mein Schneckilein wieder.
Gestern nachmittag ging es los. Romy fühlte sich schlecht, sie hätte Bauchschmerzen, Ohrenschmerzen und Kopfweh. Tolle Mischung. Unser Doktor war um 17:30 Uhr schon im Wochenende. Da nur geringe Temperatur bei ihr zu messen war (36,9°) und wir beide so sehr erkältet sind, hieß es abwarten. Abends hatte sie dann schon 39° Fieber und bei mir viel der Groschen immer noch nicht. Fieberzäpfchen. Als sie darauf nicht reagiert hat und mir heute morgen beinahe auf die Schulter gebrochen hat, frage ich mich: könnte es sein, daß wir das 2. Mal Scharlach im Haus haben? Samstags. Das heißt ärztlicher Notdienst. Antibiotika? Und mein Kind will doch schon immer keine Medikamente nehmen.
Romy hat Windpocken. Es macht ihr aber auch gar nichts aus. Sie nimmt ein Bad mit einem speziellen Pflegezusatz, aber eigentlich juckt es sie gar nicht so sehr. Die Pustel habe ich spasseshalber gezählt, bei 68 habe ich aufgehört. Minimales Unwohlsein, etwas Temperatur, nach 3 Tagen ist alles vorbei.
Romy will gegen 23 Uhr Fläschchen, mit Liebhaben = heißt Rausnehmen. Schlaf. Gegen 1:30 Uhr. Romy "Bad, Sofa, ... raus". Romy weint. "Bad". Ich stelle mich ins Bad und wiege sie hn und her, mache dabei die Augen zu. Romy will "Schlafen". Hinlegen, Romy wälzt sich. Romy in unser Bett holen. Sofa. Etwas fernsehgucken für mich, Zugfahrten, schön langweilig. Romy wälzt sich. Etwas Fieber. Zäpfchen (2:15 Uhr). Romy ab ins Bett, Fläschchen. Romy "will mit", Schlaf, Fläschchen, runter aufs Sofa, wir schlafen vor dem Fernseher ein. Es ist Vollmond. Tamara mit Julika berichtet am nächsten Tag ähnliches.
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