... Ende März 2006 hatte ich die Hoffnung, daß Romy's Ohrenschmerzen (nach einem Schwimmbadbesuch) der Vergangenheit angehören. Abgesehen von vielen fiebrigen Stunden, die wir dieses Wochenende hinter uns gebracht haben, klagt Romy heute vermehrt über Ohrenschmerzen. Links wie rechts. Deprimierend.
Romy's Ohren hören immer noch nicht perfekt, trotz OP (Röhrchen setzen, Polypen). Gerade hat sie "Killycontest 2006" gehört statt "Kiddycontest 2006". Sie brach sogar in Tränen aus, weil ich behauptet habe, es heißt Kiddy und nicht Killy ... es grüßen noch die Worte "lamsam" und "McDomalds". Puh ...
Wir haben es geschafft ...
Das was Romy heute morgen echt geärgert hat, war, daß ich ihr nichts zu trinken geben wollte.
Heute morgen um 7:30 sind wir im ambulanten OP-Zentrum einglaufen. Wartezimmer. Nach kurzer Zeit schon wurden wir gerufen. In einem kleinen Raum konnte ich meinen Korb abstellen und Romy ihre Schuhe und Hose ausziehen. Dann habe ich blaue Plastik-Überzieher für meine Schuhe bekommen. Einmal kurz geklopft, Romy fragt noch, ob sie auch in den Raum mit darf. Ab in den Einschlaf-Raum.
Romy sollte auf eine Liege klettern, wurde gefragt, ob sie gepiekst werden möchte. Nein, danke. Da hat die Narkoseärztin eine passende Maske gewählt und bevor Romy wußte, was ihr geschah, war sie eingeschlafen. Auch wenn man ihr kurz noch ansehen konnte, wie schlecht die Luft doch roch, die sie wegpusten sollte.
Ich wurde weggeschickt.
Warten.
Man sagte mir, daß man mir Romy erst dann ins Aufwachzimmer bringt, wenn sie vollständig aufgewacht ist. Bei ihr dauerte das eine Stunde.
Als man sie dann brachte, war sie knorzelig. Sie fummelte sich sofort die Kanüle raus, mehr oder weniger, ohne zu sehen, was sie tat. Daß die Stelle am Arm blutete, merkte ich nur daran, daß das dunkelblaue T-Shirt in der Armbeuge schwarz wurde und etwas auf dem Kissenbezug auftauchte. Sie will etwas zu trinken. "Sofort". Eine Stunde mußte ich sie abhalten. Der schlechte Geschmack im Mund war wohl echt gruselig. "Ich will ne neue Mama, die mir zu Trinken gibt".
Leichtes Bluten aus der Nase. Schwester... nein, nicht schlimm, ganz normal.
Als die Stunde fast um war, war sie aber nahe am Einschlafen. Zwei Schluck Wasser ... "Nein, ich will Saft" - böse Mama! Nein, Saft sollte ich ihr nicht geben. Damit sie nicht bricht.
Dann ein kleines Eis, endlich, der schlechte Geschmack war wohl zum Großteil weg. Schlafen. Der Narkose-Chef kommt vorbei ... nachsehen ... alles in Ordnung.
Romy schläft seitlich auf ihrem linken Ohr. Leichtes Bluten aus den Ohren, sie hat ja auch Röhrchen bekommen. Schwester... nein, nicht schlimm, ganz normal.
Unser Doc, der auch operiert hat, kam vorbei. Romy schlief selig. Polypen in 1-Euro-Größe, Wasser in den Gängen mit den Gehörknöchelchen.
Um 12:15 Uhr durften wir nach einer Abschlußvisite gehen. Mir Tapferkeitsurkunde, Namenssticker und einem kleinen Geschenk: Gummi für Gummitwist.
Heute nachmittag fiel ihr noch das Schlucken schwer, aber 1 Würstchen und etwas Kartoffelbrei gingen problemlos weg. Basteln. Faul sein. Etwas blass ist sie noch. Wir werden früh schlafen gehn.
Geschafft!
Heute morgen habe ich Romy erst in der Praxis des Ohrenarztes erzählt, daß das ein Termin für sie ist und nicht für mich.
Weil, egal wie ich es die letzten Male gemacht habe, es war immer verkehrt. Romy hat entweder geweint, geschrien, oder war völlig verkrampft.
Diesmal habe ich ihr erst im Wartezimmer gesagt, daß der Doktor wieder in ihre Ohren sehen will ... und sofort hinterher geschickt, daß sie, wenn sie brav ist, bei allem was gemacht werden soll... sich ein Geschenk aussuchen darf. Auch die Barbie von Mermaidia.
Romy und ich wurden also zum Doktor gerufen. Er durfte auf anhieb in Mund, Nase und Ohren sehen. Das durfte der letzte Doktor nicht .... da hat sie geschrien und getobt.
Dann wurde gemessen, wieviel sie noch hört, auch das machte sie super brav. Besprechung. Ja, ich wußte es schon. Sie hört super schlecht, es ist Wasser in/bei ihren Gehörknöchelchen. Die Kurve auf dem Auswertungsblatt war eher eine Mini-Kurve ... von einem Berg, der es eigentlich sein sollte, war nichts in Sicht.
Ja, wir machen die Rachenmandeln raus (Polypen). Schnellstmöglich. Kommenden Donnerstag. Jetzt noch Blut abnehmen. Ich habe wahrscheinlich mehr gezittert als Romy. Ich hatte einfach Angst, daß sie völlig austickt, wie schon früher ein paar Mal. Ich habe es ihr auch hier wieder erst gesagt, als der Doktor fast schon mit der Spritze vor ihr stand. "Ich seh immer weg, ein kleiner Pieks, tut gar nicht weh". Zu meinem Erstaunen hält sie nur den Arm hin und der Doc darf stechen. Die Assistentin, die ohne meine Zutun dazugekommen war und evtl. festhalten sollte, mußte gar nichts machen. 3 Kanülen voll Blut, ohne Probleme.
Ist das eigentlich mein Kind?
Das kann nur jemand verstehen, der weiß, daß sich Romy in den letzten 2 Jahren gegen alles gesträubt hat, was mit Medizin oder Medizinern zu tun hatte. Nein, nein, nein. Dabei hat sie die letzte Spritze mit 2 Jahren bekommen und sonst auch nie schlechte Erfahrungen gemacht. Aber wir haben immer viele Krankenhausbesuche machen müssen, ihre Oma wird sehr oft behandelt ...
Vorsichtshalber habe ich die Gunst der Stunde genutzt und ihr erklärt, daß morgen ein anderer Doktor (Narkosearzt) noch mal einen Mini-Piek in den Finger machen wird..."och, kein Problem" meint sie nur... Mal sehen.
Dann haben wir sofort die Barbie gekauft, versprochen ist versprochen. Und sind sofort zur Oma, dort hat sie allen stolz ihr Pflaster gezeigt und erzählt, wie tapfer sie war ;)
Romy hat wieder Ohrenschmerzen und hört schlecht. Der "positive" Effekt, der sich mit dem Brechdurchfall eingestellt hatte (statt 70 % Lautstärke beim Fernsehen brauchte sie plötzlich wieder nur noch 10 % Lautstärke)
ist vorbei (siehe 17.01.2005).
Jetzt habe ich Romy wieder beim Ohrenarzt angemeldet. Ich denke, jetzt kommen die Polypen (Rachenmandeln) doch raus.
Romy hat seit dem Sommer ständig Ohrenschmerzen. Wir waren bestimmt 3x bei Haus- und Ohrenarzt. Das Hauptproblem ist nach wie vor, daß Romy keine Medikamente nimmt. Zwingen, ja, das habe ich schon öfter gemacht. Das war der Rat des zweiten Hausarztes. Aber sich spuckt alles einfach wieder aus.
Zureden hilft auch nichts. Sie macht es nicht. Also hatte ich doch eine OP der Rachenmandeln (Polypen) in Erwägung gezogen. Ich hatte ja schon gewußt, daß sie schlecht hört, aber zur Zeit braucht sie beim Fernsehen 75% der Lautstärke, die möglich ist. Damit kann man sich nicht mehr mit ihr in einem Zimmer aufhalten. Mir platzen die Ohren.
Romy macht aber den totalen Terz beim Arzt. Sie schreit schon, bevor er kommt. Sie wehrt sicht beim nur in die Ohren gucken! Schlägt um sich. Der Ohrenarzt, der die OP machen soll, läßt sie mich auf dem Schoss zwangsfesthalten. Klasse. Und dabei hat sie bisher keine schlechten Erfahrungen mit Ärzten gemacht. Außer Impfungen (bis ins zweite Lebensjahr) hatte sie nie etwas.
Kurz vor der Voruntersuchung (Blutabnahme steht an!) hat Romy Magen-Darm-Probleme. Sie bricht die ganze Nacht. Mein Kind, das so etwas gar nicht kennt, in 5 Jahren 2x gebrochen hat. Die ganze Nacht.
Am nächsten Morgen kann sie wieder klasse hören. 10% der Lautstärke am Fernseher reichen. Erklärung: der Gang zwischen Ohr und Mund war mit den zu groß gewordenen Polypen immer wieder abgedeckt, dadurch verschleimt, es konnte keine Belüftung mehr statt finden. Durch das Brechen hat sich hier wohl ein Schleimpfropfen gelöst.
Wir gehen nochmal zum Hausarzt. Romy lässt ganz brav nachsehen (den kennt sie). Immer noch leicht entzündet, aber wir blasen die ambulante OP ab. Die Praxis ist glücklich, daß die Blutentnahme entfällt.
Jetzt warten wir erstmal ab, ob es damit erledigt ist.
Ein paar Tage später habe ich auch einen Termin. Ich nutze die Zeit, um der Ärztin zu erzählen, daß meine Tochter die Medizin verweigert. Ausser den untergeschummelten Tropfen und den schlafend verabreichten Nasentropfen hat sie nichts genommen.
Die Ärztin staunt und spricht nochmal ganz ernst mit Romy. Wie wichtig das doch wäre, und daß evtl. operiert werden muß, wenn sie sich weiter verweigert.
Romy ist einfach stumm, als die Ärztin ihr ein Versprechen abringen will. Sie verschreibt uns nochmal andere Tropfen.
Zuhause wieder Theater. Ich schummle die Tropfen in den Saft. Und erzähle ihr, daß der Saft "nur" nach Spülmittel riecht. Pustekuchen. Meine Tochter glaubt mir nicht. Also erzähle ich ihr von den Tropfen. Nein. Sie will nicht. Ich rede, bin ruhig...rede, werde lauter. Papi kommt dazu. Schon sind wir am lauter werden. "Das ist so wichtig, Du mußt das nehmen" schreit Papi, ich schreie auch. Romy auch. Dann ....
Ich bin sauer. Ich weiß doch, wie wichtig die Medizin für ihre Ohren sind. Ich drohe ihr "Ich zwinge Dich jetzt ...", nehme die Tropfen und lasse 4 Tropfen in den Mini-Meßbecher fallen. Wie ich meine Drohung umsetzen soll, weiß ich leider aber nicht. Aber...
Romy sieht die Tropfen. "Ist das so wenig, was ich nehmen soll?". Eigentlich sollten es ja 10 Tropfen sein, aber ich sage "Ja!". "Tja", sagt sie, "ich nehm die einfach so, und trinke Saft hinterher". Ich zögere, gebe sie ihr...und oh (kleines) Wunder: sie trinkt sie tatsächlich.
Der Jubel ist groß, wir tanzen um den Tisch. Romy ist stolz und ich bin glücklich.
Romy und ich haben Opa im Krankenhaus besucht. Sie bekommt von ihm Geld für Eis. Während ich ihr im Krankenhaus-Shop ein Eis kaufe, teile ich ihr so nebenbei mit, daß wir jetzt zum Ohrenarzt gehen, der im gleichen Gebäude-Komplex ist.
Romy hat keine Angst vor Ärzten, sie dürfen nur nichts an ihr machen. Die HNO-Ärzten ist sehr nett und erklärt Romy, was sie alles untersucht. Sie fragt "Tut das weh?". Als die Ärztin das verneint, darf sie alles mit ihr machen. Klein Problem, die Untersuchung ist ja auch nicht schmerzhaft.
Romy hat seit längerem immer wieder Ohrenschmerzen. Nach dem Freibad-Besuch, bei Erkältungen, manchmal auch so.
Die Ärztin erklärt, daß Romy auf dem rechten Ohr einen Hörverlust von 30 bis 40% hat, der Gang vom Rachenraum zum Ohr ist verschleimt. Klar, der Hausarzt hatte vor 14 Tagen auch eine Mittelohrentzündung bestätigt.
Der hatte auf meinen Hinweis, daß Romy keine Medizin nimmt, ihr Globoli verschrieben.
Diese Ärztin hat erst gefragt, ob wir nicht demnächst ans Meer fahren würden. Ich konnte bejahen, sie meinte, das wäre sehr gut. Wir würden uns danach nochmal sehen. Dann hat sie uns viele Sachen aufgeschrieben: Nasenballon, Hustensaft, Tropfen, Nasenspray (Salzwasser) und (vorbeugend für den Urlaub) Antibiotika.
Ich habe sie darauf hin gewiesen, daß meine Tochter keine Medizin nimmt, aber das hat sie wohl nicht geglaubt. Ich habe Romy in ihrem Beisein gebeten, zu versprechen, daß sie die Medizin auch nimmt. Die Ärztin hat es ihr auch noch mal erklärt, wie wichtig das für sie ist.
Ich also in die nächste Apotheke, alles gekauft, mit Romy heim gefahren. Ausgepackt. Die Medizin zur Einnahme vorbereitet. Tropfen und Hustensaft in etwas Orangensaft. Im Schnapsglas serviert, damit es auch nett aussieht. Ergebnis: "Die Medizin riecht so komisch, die nehm ich nicht. Punkt".
Wir haben gesprochen, ich habe gedroht, sie geweint, geschrien, getobt. Aber die Medizin hat sie nicht genommen. 1 Stunde habe ich es versucht. Erfolglos. Romy hat noch nie freiwillig Medizin genommen. Als zweijährige habe ich sie auch mal gezwungen. Festhalten, Mund auf, mit Spritze rein. Aber das hat auch nicht geholfen, sie hat es meist ausgespuckt. Toll bei Antibiotika.
Ich habe es auf gegeben. Ich komme mir beim "Zwingen" immer vor wie die schlechteste Mutter auf dieser Welt. Nein, mache ich nicht mehr.
Aber was tun?
Folgende Dinge klappen gerade mal so eben:
- wenn sie im ersten Tiefschlaf ist, kann ich Nasenspray in wenigstens ein Nasenloch sprühen
- oder Ohrentropfen
- und ich kann Tropfen einmalig im Saft verstecken, beim zweiten Mal riecht sie es
Und wenn sie wieder mal Antibiotika brauchen sollte: ich glaube, ich lasse das den Arzt machen.
