Am Abend des 05. Dezember überrede ich Romy, einen ihrer Gummistiefel vor die Terassentür zu stellen.
Der Nikolaus-Tag ist ein Arbeitstag für mich. Ich hatte mir vorgenommen, ihr morgens den Stiefel zu füllen und wenn sie dann mit Papa aufsteht und vor die Tür guckt, hat sie eine wunderschöne Überraschung.
Pustekuchen.
Ich habe es vergessen. Nach dem Aufstehen bin ich in die tägliche Routine verfallen. Anziehen, Frühstück packen und fahren. An Romy's Nikolaus habe ich erst gedacht, als ich schon viele Kilometer weiter an meinem Arbeitsplatz war.
Und dann war es auch schon zu spät für eine Warnung an Papa. Der stand mit seiner erwartungsfrohen Schnecke an der Glastür ... und beide sahen nur den leeren Gummistiefel!
Oh Mutter!
Ich habe mich so geschämt, geärgert, ich hatte massenhaft Adrenalin im Blut. Wie kann ich das nur gut machen.
Idee: ich sprinte nach der Arbeit heim. Hänge das Geschenk auf der Terasse an das andere Ende. Hole Romy vom Kindergarten. Prüfe mit ihr nochmal die Terasse....ja!
Romy hat ihren gefüllten Stiefel gefunden. Ich erkläre ihr, daß der Nikolaus bestimmt pünktlich war, sie morgens im Dunkeln aber das Geschenk nicht finden konnten.
Pfui Mama!
Wir sind wieder nach Südfrankreich gefahren, mit dem Auto. Sascha, Romy's großer Bruder (2m) ist dabei und hat uns beim Fahren kräftig unterstützt.
Dieses Bild fand ich klasse ... erinnert mich an Jim Knopf und den Riesen ... wie hieß er doch noch?

Romy's zweites Jahr im Kindergarten ist zu Ende und wird mit einer kleinen Aufführung der Gruppe gefeiert. Sie haben süße Lieder einstudiert und sind je nach Kopfbedeckung kleine Schweinchen, Katzen oder Hunde.

Geübt und gefahren wird auf dem neuen Fahrrad natürlich gleich mit Helm ... in einem ruhigen Schrebergartenweg.

Meine Süße ist ja ein Zwerg ... 89 cm auf knapp 13 kg. Also bekommt sie auch das kleinst mögliche Fahrrad. Und das hat 10" Reifen. Will heißen, 1 Zoll hat 2,54 cm - also Reifen mit 25,40 cm. Süß. Aber ich denke, mit so einem Mini-Fahrrad kann man auch leichter Radfahren lernen, das Absteigen geht problemlos, sie kommt gut mit den Füßen auf den Boden.

Ich merke, Romy braucht den Mittagsschlaf immer weniger, nur noch jeden 2. Tag. Hin und wieder mache ich dann auch ein Nickerchen mit. Und heute hat uns ein Anruf aus dem Schlaf gerissen. Ich muß danach mal auf die Toi und Romy folgt mir ... und schläft dort vor der Tür doch glatt sofort wieder ein ...
Romy kann
- seit dem 01.04. die Haustüre auf und zu machen ... oh weh ... und
- auch endlich schneuzen, juhu

Am Gründonnerstag-Morgen meint Romy, daß sie Löcher für Ohrringe haben möchte.
Ich habe ganz bewußt nie etwas über Ohrringe und Löcher gesagt. Sie hat zwar gesehen, daß ich welche habe, aber bisher kaum von sich aus geäußert, daß sie welche haben möchte bzw. es sofort danach wieder vergessen.
Aber diesen Vormittag kommt sie mir damit alle fünf Minuten und läßt sich auch nicht davon abbringen.
Von den Freundinnen kann es nicht kommen, manche Mütter wollen es erst mit 6 Jahren erlauben.
Aber ich denke mir, wenn sie es wirklich durchziehen möchte, dann darf sie. Wir fahren in 3 verschiedene Geschäfte in der Stadt: Juwelier, Piercing-Studio, noch ein Juwelier.
Entweder wird mir gesagt, daß man es unter 6 Jahren nicht macht beziehungsweise keine zwei "Ohrloch-Pistolen" hat.
Ich finde dann einen Juwelier mit 2 netten Damen, jede mit einer dieser Pistolen ausgestattet. Romy wird auch von ihnen gefragt, ob sie wirklich möchte.
Und ich wundere mich, sie will noch immer. Erst sucht sie Ohrringe aus, ich achte nur darauf, daß sie flach und rund sind und somit keine Möglichkeit besteht, daß sie damit irgendwo hängen bleibt. Dann wird sie auf die Theke gesetzt, eine Dame links, eine Dame rechts. Peng.
Romy guckt nur völlig verdattert. Keine Träne.
Schon überstanden. Ich bin auch sehr überrascht. Ich dachte, Romy bricht in Tränen aus, aber denkste.
Sie sieht sich stolz ihre Ohrringe im Spiegel an. Dann bezahle ich und wir gehen. Sie strahlt.
Auch der Heilprozess ist völlig problemlos, keine Entzündung nichts. Es war keine einfache Entscheidung, aber ich denke, die richtige.

Nein, Zeitungslesen kann sie noch nicht, aber das Schaukeln klappt. Romy hat es kapiert: zurück lehnen, Beine strecken, Schwung, beine anziehen. Bevor Tamara (ehemalige Tagesmutter) wußte, das Romy es kann, meinte sie, die Kinder, die schaukeln können, könnten dann auch bald Radfahren. Na denn, warten wir's ab ;)

Mittags auf der Autobahn kam der Anruf, daß Romy sich im Kiga beim Sprung (Sturz) von der Außentreppe den Mund verletzt hat. Adrenalin. Ich werde zwar sofort beruhigt, es ist nicht so schlimm. Aber ich sollte doch schnell kommen und Romy auch vom Arzt ansehen lassen.
Gut, daß ich schon fast zu Hause bin. Romy sitzt auf Christine's Schoß und läßt sich trösten. Die Tränen sind schon fast wieder trocken, aber als sie mich sieht, weint sie ... und ich könnte mit ihr Weinen.
Der Mund ist wirklich ganz schön aufgeschlagen, daß muß sehr weh getan haben. Ich nehme sie in den Arm und halte sie ganz lieb.
Tröste sie, lasse mir erzählen, was passiert ist.
Und dann geht es zum Arzt. Der guckt außen, guckt nach den Zähnen. Alles in Ordnung, es wird ein paar Tage brauchen zum Heilen, aber sonst keine Probleme.
Einziges Problem, das Romy sieht: sie kann ihren Schnulli nicht mehr in den Mund nehmen. Es tut zu sehr weh.
Muttern ist nicht dumm, ich sehe meine Chance, den Schnulli los zu werden. Immerhin ist Romy ja schon 3 Jahre und fast 1 Monat.
Als wir heimfahren, schläft sie erschöft ein. Ich bette sie aufs Sofa und lasse sie schlafen. Sammle im Haus immerhin 5 Schnuller ein.
Am nächsten Tag geht es immer noch nicht, der Schnuller tut weh, wenn Romy ihn in den Mund stecken will.
Zögere, aber, doch, ja, ich mache es. Weg damit.
Ich fahre mittags zum Einkaufen und besorge 5 schöne T-Shirts, mit viel Glitzer, das liebt sie. Für jeden Schnulli einen. Dann bereite ich den "Abschied" vor.
Wir wohnen an einem kleinen Fluß. Ich mache für mich eine Zeremonie daraus. Abends, als sie schläft, gehe ich auf die Brücke. Papa findet das albern, er kommt nicht mit. Aber ich trenne mich ja schließlich von Gefährten, die uns lange begleitet haben. Ich lasse jeden Einzeln mit einem Dankeschön in den Fluß plumpsen.
Sie schwimmen in Kette davon.
Da wird einem ganz wehmütig ums Herz. Aber einen zum Andenken aufheben, das wäre weder appetitlich noch sicher. Wenn Romy den gefunden hätte, wäre der Effekt dahin.
Als Romy aufwacht und den Schnulli vermißt, gibt es erst mal Tränen. Ich erzähle ihr, saß die Schnullerfee da gewesen wäre. Sie könnte ja mal gucken, auf der Terasse. Tatsächlich, da liegen ja Geschenke.
Romy ist nur halb getröstet...aber es gibt in den folgenden Tagen tatsächlich kaum Probleme, und das obwohl sie doch so sehr am Schnulli hing.
Klasse.
Es gibt solche Freunde und solche .... alle Freunde, die Romy hat, sind echt lieb und klasse, manche sind aber besonders pflegeleicht. Da läuft der Spielnachmittag ohne Zickereien oder Verwundungen. Max ist so ein Freund. Allerdings läßt er sich auch von Romy sagen, wo es lang geht ;-)

Romy ist ganz schön schräg drauf. Sie ist sauer, so sauer, daß sie einfach einen Teller vom Tisch nimmt und ihn auf den Boden wirft. Peng...1000 Teile...Sand.
Und dann nachts:
Besonders, wenn sie ihr Fläschchen haben will, muß alles nach ihrer Vorstellung gehen:
wir gehen nachts runter, Bärli und der Schuller fehlt
also wieder hoch, beides holen
als wir wieder in der Küche sind, fehlen Socken
hoch, "wir" nehmen die falschen mit
also wieder hoch, die getragenen schmutzigen holen
Hört sich albern an, aber die Wahl wäre, Montag morgens um 3:38 Uhr riesiges Gebrüll - mit der Konsequenz, daß sie nicht mehr schläft.
Und mein Wecker klingelt um 4:22 Uhr. Aufstehen.
Aber der Vorsatz ist ok: das macht sie nicht nochmal mit mir. Also kann ich auch wieder mit mir zufrieden sein. Nicht kirre machen lassen, das wird besser. Jede Reise beginnt mit einem ersten Schritt.
Wer noch altmodisch mit normaler Sonnenschutz-Creme "arbeitet", die nicht sofortigen Schutz bietet, sollte dringend sich selbst und besonders Kinder vor dem Gang ins Freiband oder an den See eincremen. Wichtig ist, das das ca. 20 bis 30 Minuten vor dem Sonnenbad passiert.
Wir sind Fans der Aldi-Produkte.
Auch wenn Tochter sich immer mal wieder über die "Glibbrigkeit" beschwert. Andere Produkte wirken bei uns teilweise nur mangelhaft.
Schön finde ich hier auch, daß ich gut sehen kann, welche Stellen bei meiner Tochter vergessen habe einzucremen.
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